WhatsApp-Familienchat ist „beleidigungsfreie Sphäre“

WhatsApp-Familienchat ist „beleidigungsfreie Sphäre“

„Innerhalb des engsten Familienkreises besteht ein ehrschutzfreier Raum, der es ermöglicht, sich frei auszusprechen, ohne gerichtliche Verfolgung befürchten zu müssen.“

So urteilte das OLG Frankfurt mit Urteil vom 17.01.2019. Der gleiche Grundsatz gilt auch für Äußerungen, die innerhalb eines WhatsApp-Familiengruppe im Rahmen eines WhatsApp-Chats getätigt wurden.

Dabei urteilte das Gericht über einen Fall, bei dem der klagende Mann von seiner Schwiegermutter im Rahmen eines WhatsApp-Chats in der WhatsApp-Familiengruppe beschuldigt wurde, seine Kinder misshandelt zu haben. Mit den Äußerungen war der Schwiegersohn überhaupt nicht einverstanden. Er verklagte seine Schwiegermutter auf Unterlassung. Er verlangt von seiner Schiegermutter, dass sie zahlreiche in diesem „Protokoll“ enthaltene Äußerungen über ihn nicht mehr behauptet bzw. verbreitet. Der Schwiegersohn hatte mit seiner Klage aber keinen Erfolg.

So wie schon die Vorinstanz war auch das OLG der Ansicht, dass die Äußerungen als „privilegierte Äußerungen“ einzustufen seien. Sie seien in einem „ehrschutzfreien Raum“ gefallen und deshalb nicht rechtswidrig.

Für weitere Informationen nehmen Sie Kontakt auf mit Frau Dr. Romy Latka.

 

  • gepubliceerd : Donnerstag, 14 Februar 2019