Keine Videos auf Facebook-Fanpage von Kunden eines Frisörsalons

Keine Videos auf Facebook-Fanpage von Kunden eines Frisörsalons

Einer Kundin die Haare verlängern, die Kamera dabei aus jedem Winkel einsatzbereit und anschließend das Video ins Netz gestellt.

Fertig ist das perfekte Marketing in eigener Sache. Nichts leichter als das, dachte sich der Betreiber eines Frisörgeschäfts, als er das Video übers Netz auf der Facebook-Fanpage zum Abruf bereitstellte. Womit er nicht gerechnet hatte: Die nicht autorisierte Veröffentlichung der Filmaufnahme war der Kundin gar nicht recht, sie erwirkte eine Einstweilige Verfügung beim Landgericht Frankfurt am Main.

Nach Einschätzung des Landgerichts, die anschließend vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main bestätigt wurde, verstößt der Vorgang sowohl gegen das Kunst Urheber Gesetz (KUG) als auch gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Demgemäß könne die Klägerin von dem Beklagten die Unterlassung der weiteren Veröffentlichung des streitgegenständlichen Videos verlangen.

Offen blieb bei den Entscheidungen des LG Frankfurt sowie des OLG Frankfurt, in welchem Verhältnis die Vorschriften der KUG zur DSGVO stehen. Eine vertritt an dieser Stelle, dass die DSGVO die Vorschriften des KUG aufgrund ihrer europäischen Überordnung verdrängen. Eine andere Ansicht spricht davon, dass die Regelungen von KUG und DSGVO nebeneinander gelten. Da im konkreten Fall aber gegen beide Rechtsvorschriften verstoßen wurde, stellt sich die Diskussion hier nicht.

Für weitere Informationen nehmen Sie Kontakt auf mit Dr. Romy Latka.

 

  • gepubliceerd : Montag, 21 Januar 2019