Diskriminierung in der Stellenanzeige

Diskriminierung in der Stellenanzeige

Sucht ein Unternehmen mit Hilfe einer Stellenanzeige einen „Junior Consultant“ und betont darin, dass der Kandidat oder die Kandidatin in einem „jungen dynamischen Team“ arbeiten soll, kann die Ablehnung eines Bewerbers, der altersmäßig nicht zu dieser Zielgruppe gehört, im Prinzip eine Altersdiskriminierung darstellen. Dies hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) jüngst entschieden. Was war geschehen?

Ein 42-jähriger Mann hatte sich auf eine offene Stelle bei einem Betrieb beworben. Die Stellenbezeichnung lautete „Junior Consultant“. In der Anzeige fand sich der Hinweis, dass der künftige Mitarbeiter „in einem professionellen Umfeld mit einem jungen dynamischen Team“ tätig sein sollte. Der 42-Jährige brachte alle erforderlichen Qualifikationen mit. Nach wenigen Tagen erhielt er eine Ablehnung ohne Angabe von Gründen. Die Stelle bekam schließlich ein 28-Jähriger. Der 42-Jährige schloss aus der überraschend schnellen Ablehnung, dass er dem Unternehmen offenkundig zu alt war. Er forderte Schadenersatz wegen einer Altersdiskriminierung. Das Unternehmen wehrte sich: Mit „jungem Team“ sei ein Team gemeint gewesen, das erst kurze Zeit existiere. Das Landesarbeitsgericht schloss sich dieser Meinung an und wies die Klage ab.

Das BAG war da anderer Meinung und hob das Urteil auf. Arbeitgeber dürften freie Arbeitsplätze nicht unter Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot ausschreiben. Genau das sei hier aber durch die Formulierung „junges dynamisches Team“ geschehen. Dieser Begriff solle junge Bewerber anlocken und habe nichts mit dem Zeitraum des Bestehens des Teams zu tun. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll in Deutschland verhindern, dass Menschen bei Vertragsabschlüssen zum Beispiel wegen ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrem Geschlecht oder einer Behinderung Nachteile erleiden. Dies gilt zum Beispiel für den Abschluss von Arbeitsverträgen. Fühlt sich jemand aus den genannten Gründen diskriminiert, kann er Anspruch auf eine Entschädigung haben.

Für weitere Informationen nehmen Sie Kontakt auf mit Torsten Viebahn.

 

  • gepubliceerd : Donnerstag, 10 Januar 2019